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1.2 Grundlagen

1.2.1 Druck – Definition

Der Druck ist definiert als der Betrag einer senkrecht und gleichmäßig auf eine Flächeneinheit wirkenden Kraft.
  • p\quad\text{Druck}\ [\text{Pa}]
  • F\quad\text{Kraft}\ [\text{N}];\ 1\ \text{N}=1\ \text{kg}\ \text{m}\ \text{s}^{-2}
  • A\quad\text{Fläche}\ [\text{m}^2]
In einem geschlossenen Behälter führen die Gasteilchen thermische Bewegungen aus. Bei der Wechselwirkung mit der Wand kommt es zu einer Vielzahl von Stößen auf atomarer und molekularer Ebene. Jeder einzelne Stoß übt durch Impulsübertragung eine Kraft auf die Wand des Behälters aus. Die Vielzahl der Stöße führt dazu, dass bei einem eingeschlossenen Gas ohne äußere Einflüsse an jeder Stelle immer der gleiche Druck unabhängig von Ort und Richtung der Messung herrscht.
In der Praxis hat man es nur in Ausnahmefällen mit einem einheitlichen Gas zu tun. Wesentlich häufiger sind Gemische aus verschiedenen Gasarten. Jede einzelne Gaskomponente übt einen spezifischen Druck aus, den man unabhängig vom Druck der anderen Komponenten messen könnte. Dieser Komponentendruck wird als Partialdruck bezeichnet. Bei idealen Gasen addieren sich die Partialdrücke der einzelnen Komponenten zum Totaldruck, ohne sich gegenseitig zu stören. Die Summe aller Partialdrücke ist gleich dem Totaldruck.
Ein Beispiel für ein Gasgemisch ist unsere Umgebungsluft. Ihre Partialdruckzusammensetzung ist in Tabelle 1.1 [3] gezeigt.
Im Weltraum können je nach Nähe zu Galaxien Drücke unterhalb von 10-18 hPa herrschen. Auf der Erde wurde über technische erzeugte Drücke von weniger als 10-16 hPa berichtet. Der Bereich von Atmosphärendruck bis 10-16 hPa überstreicht 19 Zehnerpotenzen. Spezifisch auf den jeweiligen Druckbereich angepasste Arten der Vakuumerzeugung und -messung führen zu der in Tabelle 1.2 gezeigten Unterteilung der einzelnen Druckbereiche.
Die Maßeinheit des Drucks ist das Pascal. Die Einheit wurde nach dem französischen Mathematiker, Physiker, Literaten und Philosophen Blaise Pascal (1623 – 1662) benannt. Die SI-Einheit Pascal setzt sich nach Formel 1-3 zusammen aus Pa = N m-2. In der Praxis sind auch die Einheiten mbar, Torr und die in der Tabelle 1.3 aufgeführten Einheiten gebräuchlich.

1.2.2 Allgemeine Gasgleichung

Jeder Stoff besteht aus Atomen oder Molekülen. Die Menge eines Stoffs wird definitionsgemäß in Mol angegeben. Ein Mol eines Stoffs enthält 6,022 ·1023 Teilchen (Avogadro-Konstante. Dies ist keine Zahl, sondern eine physikalische Größe mit der Einheit mol-1). 1 Mol ist dabei definiert als die Stoffmenge eines Systems, das aus genau so vielen Teilchen besteht, wie Atome in exakt 12 g Kohlenstoff des Nuklids 12C enthalten sind.

Bei Normalbedingungen, also einem Druck von 101.325 Pa und einer Temperatur von 273,15 K (entspricht 0 °C), füllt ein Mol eines idealen Gases ein Volumen von 22,414 Litern aus.

Bereits 1664 untersuchte Robert Boyle den Einfluss des Drucks auf eine bestimmte Menge an Luft. Die später von Mariotte experimentell bestätigten Ergebnisse sind im Boyle-Mariotte’schen Gesetz zusammengefasst:
In Worten ausgedrückt bedeutet das Boyle-Mariotte’sche Gesetz, dass das Volumen einer bestimmten Gasmenge bei konstanter Temperatur umgekehrt proportional dem Druck ist – das Produkt aus Druck und Volumen ist konstant. Mehr als hundert Jahre später wurde auch die Temperaturabhängigkeit des Volumens einer Gasmenge erkannt: das Volumen einer bestimmten Gasmenge ist bei konstantem Druck der absoluten Temperatur direkt proportional oder
Dies gilt immer noch für eine bestimmte Menge an Gas. Das Gasvolumen ist bei einer bestimmten Temperatur und einem bestimmten Druck proportional der Stoffmenge v. Daher können wir schreiben:
Dies gilt immer noch für eine bestimmte Menge an Gas. Das Gasvolumen ist bei einer bestimmten Temperatur und einem bestimmten Druck proportional der Stoffmenge 𝜈. Daher können wir schreiben:
Die Stoffmenge wird durch Wägung bestimmt. Wir können die Stoffmenge eines Gases durch das Verhältnis der Masse durch die molare Masse ausdrücken. Die Konstante const. bezieht sich damit auf 1 Mol des betreffenden Gases, sie wird als Gaskonstante R bezeichnet. Damit lässt sich der Zustand eines idealen Gases in Abhängigkeit von Druck, Temperatur und Volumen wie folgt beschreiben:
  • 𝑝 Druck [Pa]
  • 𝑉 Volumen [m3]
  • 𝑚 Masse [kg]
  • 𝑀 Molare Masse [kg kmol-1]
  • 𝑅 Allgemeine Gaskonstante [kJ kmol-1 K-1]
  • 𝑇 Absolute Temperatur [K]

Die Stoffmenge 𝜈 kann auch als Anzahl der Teilchen im Verhältnis zur Avogadro-Konstante angegeben werden.
  • 𝑁 Teilchenanzahl
  • 𝑁𝐴 Avogadro-Konstante= 6.022 · 1023 [mol-1]
  • 𝑘 Boltzmannkonstante= 1.381 · 10-23 [J K-1]

Dividiert man jetzt beide Seiten der Gleichung durch das Volumen, erhält man
𝑛 Teilchenzahldichte [m-3]

1.2.3 Teilchenzahldichte

Aus Formel 1-7 und Formel 1-8 wird ersichtlich, dass der Druck proportional zur Teilchenzahldichte ist. Wegen der großen Zahl der Teilchen pro Volumeneinheit bei Normalbedingungen folgt, dass auch beispielsweise bei einem Druck von 10-12 hPa noch 26.500 Moleküle pro cm3 vorhanden sind. Deshalb kann man selbst im Ultrahochvakuum noch nicht von einem leeren Raum sprechen.

Im Weltraum wird es bei extrem niedrigen Drücken immer weniger griffig, vom Druck in der Einheit Pascal zu sprechen, z. B. kleiner als 10-18 hPa. Diese Druckbereiche werden besser durch die Teilchenzahldichte beschrieben, z. B. < 104 Teilchen pro Kubikmeter im interplanetaren Raum.

1.2.4 Thermische Teilchengeschwindigkeit

In einem Behälter eingeschlossene Gasmoleküle stoßen völlig regellos miteinander. Dabei kommt es zur Übertragung von Energie und Impuls. Diese Übertragung führt zum Auftreten einer Verteilung von Geschwindigkeit bzw. kinetischer Energie. Die Geschwindigkeitsverteilung entspricht einer Glockenkurve (Maxwell-Boltzmann-Häufigkeitsverteilungsfunktion) mit einem Maximum bei der wahrscheinlichsten Geschwindigkeit,
Die mittlere thermische Geschwindigkeit ist
Die folgende Tabelle zeigt die mittlere thermische Geschwindigkeit für ausgewählte Gase bei einer Temperatur von 20 °C.

1.2.5 Mittlere freie Weglänge

Öffnet man einen Parfümflakon in einer Zimmerecke, so dauert es sehr lange, bis man die gasförmigen Geruchsstoffe in der gegenüberliegenden Zimmerecke wahrnehmen kann. Diese Erfahrung widerspricht scheinbar den im vorigen Kapitel eingeführten mittleren Geschwindigkeiten der Gase. Der Grund dafür liegt in einer Vielzahl von Zusammenstößen, die ein Gasteilchen auf seinem Weg erleidet. Die durchschnittliche geradlinige Wegstrecke, die ein Gasteilchen ohne Zusammenstoß mit anderen Gasteilchen zurücklegen kann, wird mittlere freie Weglänge genannt.
Für Zusammenstöße gleicher Teilchen gilt für die mittlere freie Weglänge:
  • 𝑙¯ mittlere freie Weglänge [m]
  • 𝑑𝑚 Moleküldurchmesser[m]
  • 𝑚 Masse [kg]

Aus Formel 1-11 erkennt man, dass die mittlere freie Weglänge linear von der Temperatur und umgekehrt proportional von Druck und Moleküldurchmesser abhängt. An dieser Stelle vernachlässigen wir in der Literatur diskutierte weitere Varianten dieser Gleichung, in denen z. B. auf Stöße unterschiedlicher Gasteilchen, Stöße von Gasteilchen mit Ionen oder Elektronen sowie Temperatureffekte eingegangen wird.

Um die Temperaturabhängigkeit der mittleren freien Weglänge zu zeigen, wird Formel 1-11 oft auch mit der Temperatur als einziger Variablen auf der rechten Seite der Gleichung geschrieben:
Tabelle 1.5 zeigt die \bar{l}\cdot p Werte für einige ausgewählte Gase bei 0 °C, deren Moleküldurchmesser variiert:
Mit den Werten aus Tabelle 1.5 schätzen wir nun die mittlere freie Weglänge eines Stickstoffmoleküls bei verschiedenen Drücken ab:
Bei Atmosphärendruck fliegt ein Stickstoffmolekül zwischen zwei Zusammenstößen also nur rund 59 nm weit, während es im Ultrahochvakuum bei Drücken unterhalb von 10-8 hPa bereits mehrere Kilometer weit fliegt.

Der Zusammenhang zwischen Teilchenzahldichte und mittlerer freier Weglänge ist in Abbildung 1.5 grafisch gezeigt.

1.2.6 Strömungsarten

Das Verhältnis von mittlerer freier Weglänge und dem Durchmesser des Strömungskanals kann zur Beschreibung von Strömungsarten dienen. Dieses Verhältnis wird als Knudsenzahl bezeichnet:
  • \bar{l} Mittlere freie Weglänge [m]
  • d Weite des Strömungskanals [m]
  • Kn Knudsenzahl dimensionslos

Der Wert der Knudsenzahl kennzeichnet die Art der Gasströmung und ordnet sie einem bestimmten Druckbereich zu. Tabelle 1.7 zeigt eine Übersicht über die unterschiedlichen Strömungsarten in der Vakuumtechnik und ihre wichtigsten Charakterisierungsparameter.

Profile der unterschiedlichen Strömungsarten sind in Abbildung 1.6 gezeigt.

Viskose Strömung im Grobvakuum

In einer viskosen Strömung, auch als Kontinuumströmung bekannt, kommt es zu häufigen Zusammenstößen der Gasteilchen untereinander, jedoch seltener mit den Gefäßwänden. Die mittlere freie Weglänge der Gasteilchen ist hier deutlich kleiner als die Abmessungen des Strömungskanals.

Bei der viskosen Strömung unterscheidet man zwischen laminarer und turbulenter Strömung. Bei der laminaren oder Schichtströmung bleiben die Gasteilchen immer in gleichen parallel zueinander transportierten Schichten. Steigt die Strömungsgeschwindigkeit, so lösen sich diese Schichten auf und die Fluidteilchen laufen völlig ungeordnet durcheinander. Man spricht dann von turbulenter Strömung. Die Grenze zwischen diesen beiden Teilbereichen der viskosen Strömung kann durch den Wert der Reynolds-Zahl beschrieben werden:
  • Re Reynoldszahl dimensionslos
  • ρ Dichte des Fluids [kg m-3]
  • ν Strömungsgeschwindigkeit [m s1]
  • l Charakteristische Länge [m]
  • η Dynamische Viskosität [Pa s]


Bis zu Werten von ReRe < 2.300 ist die Strömung laminar und für ReRe > 4.000 turbulent. Im Bereich zwischen 2.300 < ReRe < 4.000 ist die Strömung vorherrschend turbulent. Es ist aber auch laminare Strömung möglich, beide Strömungsarten sind in diesem Bereich instabil.

Turbulente Strömung kommt im Vakuum nur beim Abpumpen von Atmosphärendruck oder schnellem Belüften vor. Man dimensioniert die Leitungen von Vakuumanlagen so, dass turbulente Strömung bei relativ hohen Drücken nur kurzzeitig auftritt, da die dabei auftretenden hohen Strömungswiderstände höhere Saugvermögen der eingesetzten Pumpen verlangen.


Knudsenströmung im Feinvakuum

Liegt die Knudsenzahl zwischen 0,01 und 0,5, spricht man von Knudsenströmung. Da viele Prozessdrücke im Feinvakuumbereich liegen, ist diese Strömungsart in technischen Vakuumanwendungen entsprechend häufig vertreten.


Molekulare Strömung im Hochvakuum und im Ultrahochvakuum

Bei Knudsenzahlen größer als 0,5 findet eine Wechselwirkung der Teilchen untereinander praktisch nicht mehr statt. Es herrscht Molekularströmung. Die mittlere freie Weglänge ist deutlich größer als die Weite des Strömungskanals. In der Molekularströmung liegt das Produkt aus Druck und Bauteildurchmesser bei ≤ 1,3 · 10-2 hPa cm.

Eine grafische Zusammenfassung der Strömungsbereiche in Abhängigkeit vom Produkt aus Druck und Bauteildurchmesser ist in Abbildung 1.7 gezeigt.
Aus dieser Abbildung wird klar, dass die auch in Tabelle 1.7 wiedergegebenen Einteilungen der Vakuumbereiche rein nach dem Druck eine unzulässige Vereinfachung darstellen. Nachdem diese Einteilung im Sprachgebrauch aber noch weit verbreitet ist, wird sie an dieser Stelle zitiert.

1.2.7 pV-Durchfluss

Dividiert man die allgemeine Gasgleichung (Formel 1-6) durch die Zeit t, so erhält man den Gasstrom
qpV pV-Durchfluss [Pa m3 s-1]
Man sieht aus der rechten Seite der Gleichung, dass bei gleicher Temperatur T ein konstanter Massenstrom gefördert wird. Dieser Gasstrom wird auch pV-Durchfluss oder Gasdurchsatz genannt. Bezogen auf eine Vakuumpumpe wird der geförderte Strom als Saugleistung bezeichnet.
Dividiert man die Saugleistung durch den Eingangsdruck, so erhält man einen Volumenstrom, das Saugvermögen einer Vakuumpumpe:
In Tabelle 1.8 ist eine Umrechnungstafel für verschiedene Einheiten der Saugleistung angegeben.

1.2.8 Leitwert

Vakuumkammern sind im Allgemeinen über Rohrleitungen mit einer Vakuumpumpe verbunden. Infolge von äußerer Reibung zwischen Gasteilchen und Wandfläche und innerer Reibung der Gasteilchen untereinander (Viskosität) kommt es zu Strömungswiderständen, die sich in Druckunterschieden und Saugvermögensverlusten äußern. In der Vakuumtechnik benutzt man üblicherweise an Stelle des Strömungswiderstands W dessen Kehrwert, den Leitwert L oder C (Conductance). Der Leitwert hat die Dimension eines Saugvermögens und wird meist in [l s-1] oder [m3 h-1] angegeben.

Strömt Gas durch eine Leitung, so stellt sich eine Druckdifferenz Δp an den Leitungsenden ein. Es gilt:
Diese Gesetzmäßigkeit ist formal analog zum Ohm’schen Gesetz der Elektrotechnik:
Beim formalen Vergleich von Formel 1-18 mit Formel 1-19 entspricht qpV dem Strom I, C dem Kehrwert des Widerstandes 1/R und Δp der Spannung U. Bei der Parallelschaltung von Bauteilen addieren sich die Einzelleitwerte:
und bei Reihenschaltung addieren sich die Widerstände, also die Kehrwerte der Leitwerte:
Eine einfache Näherung für den Knudsenbereich erhält man durch Addition der laminaren und molekularen Leitwerte. Für exakte Berechnungen des Leitwertes im Bereich noch laminarer und schon molekularer Strömung sowie Leitwertberechnungen unter Berücksichtigung von Inhomogenitäten am Einlauf eines Rohres wird auf die weiterführende Literatur verwiesen.

Im Rahmen dieses Buchs beschränken wir uns auf die Betrachtung der Leitwerte von Blenden und runden, langen Rohren für den laminaren und molekularen Strömungsbereich.

Blenden sind häufige Strömungswiderstände in Vakuumanlagen. Beispiele sind Querschnittsverengungen in Ventilen, Belüftungseinrichtungen oder Blenden in Messdomen für die Saugvermögensmessung. Bei Rohröffnungen an Behälterwänden muss zusätzlich zum Rohrwiderstand auch der Blendenwiderstand der Eintrittsöffnung berücksichtigt werden.


Verblockte Strömung

Betrachten wir die Belüftung eines Vakuumbehälters. Beim Öffnen des Flutventils strömt Luft aus der Umgebung mit dem Druck p unter hoher Geschwindigkeit in den Behälter ein. Die Strömungsgeschwindigkeit erreicht maximal Schallgeschwindigkeit. Hat das Gas Schallgeschwindigkeit erreicht, ist auch der maximale Gasdurchsatz erreicht, mit dem der Behälter belüftet werden kann. Die durchströmende Menge qpV ist unabhängig vom Behälterinnendruck pi. Es gilt für Luft:
  • 𝑑 Durchmesser der Blende [cm]
  • 𝑝𝑎 Aussendruck am Behälter [hPa]


Gasdynamische Strömung

Steigt nun der Druck im Behälter über einen kritischen Innendruck an, so reduziert sich der Gasstrom und kann mit gasdynamischen Gesetzen nach Bernoulli und Poiseuille berechnet werden. Der durchtretende Gasstrom qpV und der Leitwert sind abhängig von

  • Engstem Querschnitt der Blende
  • Außendruck am Behälter
  • Innendruck im Behälter
  • Allgemeiner Gaskonstante
  • Absoluter Temperatur
  • Molarer Masse
  • Adiabaten-Exponent (= Verhältnis der spezifischen bzw. molaren Wärmekapazitäten bei konstantem Druck cp bzw. konstantem Volumen cV) [12]


Molekularströmung

[13]

Verbindet eine Blende zwei Behälter, in denen molekulare Strömungsbedingungen vorliegen (ist also die mittlere freie Weglänge wesentlich größer als der Durchmesser des Behälters), so gilt für die pro Zeiteinheit durchströmende Gasmenge qpV
  • A Querschnitt der Blende [m2]
  • c¯ Mittlere thermische Geschwindigkeit [m s-1]
Entsprechend zu Formel 1-23 gilt für den Blendenleitwert
  • 𝑘 Boltzmann-Konstante [m2 kg s-2 K-1]
  • 𝑚0 Molecular mass in kg

Für Luft mit einer Temperatur von 293 K ergibt sich
  • A Querschnitt der Blende [m2]
  • C Leitwert [l s-1]

Mit Hilfe dieser Formel kann man das maximal mögliche Saugvermögen einer Vakuumpumpe mit Ansaugöffnung A bestimmen.
Das maximale Saugvermögen einer Pumpe unter molekularen Strömungsbedingungen ist also durch die Ansaugöffnung bestimmt.

Betrachten wir nun Leitwerte von Rohren. Bei laminarer Strömung in einem langen Rohr mit rundem Querschnitt ist der Leitwert des Rohres dem mittleren Druck proportional:
Formelzeichen
Einheit
\eta
[Pa \cdots]
d
[m]
l
[m]
p
[Pa]
C
[m3/s]

Für Luft bei 20 °C ergibt sich
  • l Länge des Rohrs [cm]
  • d Durchmesser des Rohrs [cm]
  • \bar{p}​ Druck [Pa]
  • C Leitwert [l s-1]
Im molekularen Strömungsbereich ist der Leitwert konstant und hängt nicht vom Druck ab. Er kann betrachtet werden als Produkt des Blendenleitwertes der Rohröffnung
C_{\mathrm{Rohr,\,mol}} mit der Durchtrittswahrscheinlichkeit P_{\mathrm{Rohr,\,mol}}​ durch ein Bauelement:
Die Durchtrittswahrscheinlichkeit 𝑃pipe,mol kann für unterschiedliche Rohrformen, Bogen oder Ventile durch Monte-Carlo-Simulation mittels Computerprogramm berechnet werden. Hierbei verfolgt man die Bahnen einzelner Gasteilchen durch das Bauteil unter Berücksichtigung von Wandstößen.

Für lange runde Rohre gilt:
Multiplizieren wir diesen Wert mit dem Blendenleitwert (Formel 1-24), so erhalten wir
Für Luft bei 20 °C ergibt sich
l Länge des Rohrs [cm]
d Durchmesser des Rohrs [cm]
C Leitwert [l s-1]